Etappe 2
Ursprünglich war es eine Kaulquappen-Rettungaktion von Kindern. Als wir noch in der Scuola Vivante tätig waren. Daraus hat sich ein 3,5 ha grosses Aufwertungsprojekt entfaltet (siehe Übersicht unten). Dieses begleiten und fördern wir weiter.

Das ideale Zeitfenster zur Umsetzung der Etappe 2 zu finden war nicht einfach. Der Januar und Februar 2020 war durch nasswarmes Wetter geprägt. Das Abtragen und Verschieben der rund 1200 m3 grossen Erdmassen mit schweren Maschinen erfordert gefrorenen oder trockenen Boden. Verdichtungen und damit verbundenen Bodenschäden durch Bagger und Transporter müssen und sollen vermieden werden.
Schwierig im Rietli, ursprüngliches Moorgebiet, durch Drainagierung während der Melioration trockengelegt, für den Landwirt jedoch nur bei trockenem Untergrund bewirtschaftbar. Enge bodenkundliche Begleitung durch Fachkräfte waren erforderlich. Am 15. März gab es grünes Licht für die Umsetzung. Der Beginn eines idealen zweiwöchigen Zeitfensters, der Beginn des 1. Corona-Lockdowns. Viel Zeit für die lokale Bevölkerung am Geschehen teilzunehmen.
Überblick Etappe 2

Verschiedene Zonen und Wassertiefen kennzeichnen die Anlage. Dunkelblau sind die permanenten Wasserflächen, die tiefer liegen als das Auslaufbauwerk. Hellblau und blau schraffiert ist der temporäre Einstaubereich, die Streueflächevegetation fördert. Dieser kann im Herbst/Winter für die Bewirtschaftung entwässert werden. Die südlichen Gewässer sind vom Hauptgewässer getrennt. Erst Regenfälle füllen zwischenzeitlich dieses Seitengewässer. Dadurch entstehen unterschiedliche Wasser- und Temperaturverhältnisse.

Vorbereitung und Aushub

Als Vorbereitung zur Abhumusierung wird das Höhenmodell auf das Projektgebiet übertragen.
Das Abtragen und Trennen des Oberbodens (Humusschicht), der Lehmschichten und des Torfes erfordert viel Feingefühl und Erfahrung. Lehmiges Material findet bei den Wasserflächen als Abdichtung Verwendung. Oberboden und Torf werden zwischengelagert und später als Bodenaufwertung auf die benachbarten Äcker verteilt.

Um Verdichtungen des Bodens zu verhindern wurden Stämme und Baggermatrazen eingesetzt.

Teichmönch
Die Regulierung des Wasserstandes wird über einen Teichmönch als Auslaufbauwerk sichergestellt. Dadurch ist der Wasserstand individuell einstellbar. Der Teichmönch wurde auf einer Betonplatte verankert und mit der bestehenden Leitung Richtung Röllbach verbunden.


Quellöffnung
Die Vorbereitung an der Quelle erfordert viel Erfahrung und Umsicht. Rund 60 Liter/Minute liefert der Quellaufstoss, der bisher direkt in den Röllbach eingeleitet wurde. Mit Spannung wird der Moment der Öffnung am 2. April 2020, mit gleichzeitigem Verschluss der bestehenden unterirdischen Ableitung, erwartet.


Interesse und Freude

Die Bevölkerung nimmt mit grossem Interesse am Projekt teil. Die Menschen erkennen und schätzen die Aufwertung ihres Lebensraumes. Das Projektteam wurde von der Bevölkerung durchwegs mit positiven Rückmeldungen überhäuft.

Lebensraum

Das Aufwertungsprojekt Rietli, ein Lebensraum für bedrohte Pflanzen- und Tierarten und Naherholungsraum für den Menschen.

Übersicht Etappen
Das Rietli Buchs ist ein Gebiet mit einem hohen ökologischen Potential. Dieses wird reaktiviert und zu einem Lebensraum-Mosaik zusammengefügt.
Etappe 1 – Waldrand und Trockenmauer
Die Realisierung dieser Etappe geschah mit Fachkräften sowie durch aktive Mitarbeit der SchülerInnen der Scuola Vivante – in einer Zeit, in der die Klimajugend engagiert auf den ökologischen Zustand unserer Erde aufmerksam machte.

Aufwertung von rund 70 Aren Waldrand durch gezielte Auslichtungen mit durchschnittlicher Bearbeitungstiefe von 25 m. Bepflanzung mit rund 100 verschiedenen einheimischen Heckensträuchern.
Abbau der alten und Wiederaufbau einer neuen 60 Meter langen und einen Meter hohen Trockensteinmauer. Bepflanzung der Mauerböschung und Mauerkrone mit 38 Arten von Wildstaudensetzlingen.

Website
Schuldlos, Lernpfad und Information
Im Rahmen der Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler der Scuola Vivante entsteht eine erste Website mit einem vielfältigen Schulblog. Dieser wird zu Lernpfad, Wissensvermittlung und Informationsplattform.
rietli-buchs.ch

Etappe 2 – Wasser
Quell-Öffnung und Feuchtfläche
Aufwertung von rund 70 Aren in nördlichen Teil des Areals. Für die Erstellung von Wasser- und Feuchtflächen wurden 33 Aren Oberboden abhumusiert und der bestehende Quellaufstoss zu einem Bachlauf geöffnet, der diese seichte Wasserfläche speist. Der Rest wird sich zu extensiven Blumenwiesen entwickeln.

Etappe 3 – Verbindungen
Verbindung der Biodivesitätsflächen
Erweiterung der Projektfläche Richtung Süden, Vernetzung mit den bisherigen Biodiversitäts-Förderflächen.
Angrenzend ergänzen in den trockeneren Bereichen Blumenwiesen und Hochstaudenfluren sowie ein aufgewerteter Waldrand die Feuchtflächen.






