Inhalt
Storytelling
Ort
Europa: Von der Barentsee bis ans Schwarze Meer
Dauer
2026-2029
Teilprojekte
- Green Belt von oben (in Vorbereitung)
- Green Belt Cams (in Planung)
- Green Belt Müsik-Musikk (angedacht)
Website
Wir bereisen als Geschichtenerzählerinnen, als Fotografen, Filmende und Schreibende die 24 Länder des «European Green Belt» und geben diesem Netzwerk auf verschiedenen sozialen Medien eine Stimme.
Uns interessieren die Vielfalt der Naturräume wie auch die kulturelle Vielfalt der Menschen. Ihre Lebensweisen, ihr religiöser Hintergrund, ihr Schaffen, ihre Musik, die Kunst, das Handwerk, Bräuche und Traditionen – und nicht zuletzt auch die Kochtöpfe.
Wir wollen verstehen, wie sich dieses Mahnmal – einst Todesstreifen, jetzt grüne Lebenslinie – auf die Menschen auswirkt.
Wie können Schmerzen, die seit Generationen im Gedächtnis und in der Seele wirken – entstanden durch Handlungen benachbarter, einst verfeindeter Staaten – aufgelöst werden? Wie lässt sich aus Narben neues, friedvolles Leben entwickeln?

Mit Beginn des Kalten Krieges 1947 bildete der Eiserne Vorhang eine 12 500 km lange Sperrzone, die Europa von der Barentssee im Norden bis zur Adria und zum Schwarzen Meer im Süden teilte – ein über vier Jahrzehnte nahezu unberührtes Niemandsland. Diese Abgeschiedenheit ermöglichte die Entwicklung eines ökologisch vielfältigen und wertvollen Naturbandes, das heute entlang der Grenzen von 24 Staaten verläuft.
Mit der Gründung der «European Green Belt Initiative» im 2003, eine Fortführung des 1989 gegründeten «Grünes Band Deutschland» arbeiten heute rund 150 zivilgesellschaftliche und staatliche Organisationen aus allen beteiligten Ländern gemeinsam an der Entwicklung und dem Schutz dieses Raumes.
Dieses Projekt steht jedoch für mehr als «nur» für ein Naturschutzprojekt. Es ist auch ein großes europäisches Friedensprojekt von ehemals – und bedauerlicherweise zum Teil immer noch – verfeindeten Staaten sowie Inspiration und Herausforderung für das Zusammenleben unterschiedlichster Kulturen und Sprachen.
Nach dem Fall der Berliner Mauer und der Auflösung des Eisernen Vorhanges machte sich die Euphorie und Friedenszuversicht breit, dass die Menschheit sich in einem großen Entwicklungsschritt der Umsetzung der UNO-Charta annähere. Die Sicherung des Weltfriedens, die Einhaltung des Völkerrechts, der Schutz der Menschenrechte und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit.
Heute schlägt das Pendel wieder in eine andere Richtung. Die Euphorie weicht der Depression, die Zuversicht der Regression. Die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 sind kaum noch präsent. Und doch, bei näherem Hinschauen und Hören der leiseren Stimmen – fernab des unheilvollen, lauten Getöses und der Muskelspiele Mächtiger – zeigt sich viel Schönheit und Unbeirrbarkeit.
Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen und Sprachräumen, die mit Achtsamkeit und Sensibilität das Leben gestalten, die in der kulturellen Vielfalt Stärke erkennen – freie, unabhängige, kreative, lebensfreudige Menschen, die über Kunst, Musik, oder Unternehmen Verbindungen schaffen. Menschen, die den utopischen Gedanken nach dem Mauerfall, dass wir alle in einem Haus wohnen, weiterverfolgen.
Diesen Menschen möchten wir in diesem Projekt mit Film, Fotografie, Wort und Ton Stimme geben – entlang dieses Gürtels mit 24 Staaten, 25 verschiedenen Amtssprachen, über fast alle europäischen geobiologischen Zonen mit grenzüberschreitenden Naturschutzprojekten, mit den verschiedensten kulturellen Bräuchen, Rezepten, Musikrichtungen und Instrumenten, mit Friedensarbeit an belasteten Grenzen.
Stimmen, die Mut und Zuversicht verbreiten, die Lebensfreude und Schönheit vermitteln, die das Gefühl der Hoffnung aufrechterhalten.