Film Stimme des Abends

Filmprojekt „Stimme des Abends“

Kurzfilmdoku, 20 Minuten, erscheint im Herbst 2020

April 2020, die Welt steht still. Man hält Abstand. Türen werden geschlossen. Vulnerable Gruppen werden geschützt. Besonders betroffen: die betagten Menschen in den Alters- und Pflegeheimen. Und die Angehörigen. Das Leben und das Sterben findet abgeschirmt von der Öffentlichkeit, von der Pandemie, statt.

Wie ist es nach einem wirkungsreichen Leben in Selbstständigkeit und Eigenständigkeit, nun abgeschottet von der Aussenwelt, in der Obhut eines Pflege- oder Altersheims zu leben. Wie ist es in dieser Situation Pflegende zu sein? Leiter der Institution? In der Küche, in der Reinigung, im Hausdienst, im Sekretariat zu arbeiten? Wie ist es für die Verwandten, die nicht mehr auf Besuch kommen können? Wie für die BewohnerInnen, die Angehörigen nicht mehr sehen zu können?

Zwölf Tage, rund um das Familienfest Ostern, begeben wir uns in die Selbstisolation in ein Pflegeheim im St. Galler Rheintal. Offen, was uns begegnen, was aus den gesammelten Antworten und dem Material entstehen wird. Mit dabei Film- und Fotokamera und ein Audioaufnahmegerät.

Zahlreiche Gespräche zu allen Tages- und Nachtzeiten mit den MitarbeiterInnen, gemeinsame Essen und Gartenspaziergänge mit den BewohnerInnen, gezielte Interwies mit der Leitung  führen zu einem Ganzen, das neue Fragen aufwirft. Was hat das Leben geprägt? Was hält? Was gibt Sinn? Was ist ein Leben im Alter noch wert?

Mit einfachsten technischen Mitteln tauchen wir in den Alltag des Pflegeheims ein. Corona verliert an zentraler Bedeutung, gerät in den Hintergrund. Der Mensch mit seinen Fragen, Ängsten und Gedanken gewinnt an Wichtigkeit.

Und dennoch: ohne den Lockdown wären die Bilder und Aufnahmen, die Nähe zu den Menschen in dieser Art nicht möglich gewesen.

In der Nach-Sichtung des Materials, gemeinsam mit der Schweizer Filmemacherin Michelle Brun (letzte Zusammenarbeit: MARE NOSTRUM), wurde das inhaltliche Potentialerkannt und so war der Entscheid naheliegend, die authentisch nahen Bilder, Gespräche und Filmaufnahmen in einem Kurzdokumentarfilm zu verarbeiten.

Michelle Brun hat in der Postproduktion den dramaturgischen Lead in Form von Schnitt und Regie übernommen und Interviews, Fotos, Filmaufnahmen und die zur Verfügung gestellten Briefe und Tagebuchaufzeichnungen zu einem stimmungsvollen Ganzen verwoben.

 „Stimme des Abends“ kann über folgendes Konto unterstützt werden:
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